Montag, 26. August 2019

Mitteldeutsche Vereinsmeisterschaft

Am Wochenende fanden in Oberbernhards die Mitteldeutschen Vereinsmeisterschaften statt. Wir konnten mit einer U14w-Mannschaft (Laura Vöcking, Lisa Landsiedel - Gastspielerin von der SVG Landeck Schenklengsfeld, Ariadne Medina Gonzalez und Rebecca Medina Gonzalez) starten.
Geplant war eigentlich nur, dass unsere Mädels bei starker Gegnerschaft wichtige Erfahrungen sammeln und ihre Spielstärke weiter verbessern. Durch (für Hersfeld) glückliche Umstände haben unsere Mädels die Qualifikation zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft erreicht!!
Der Reihe nach:
Startberechtigt sind die Meister von Hessen (VSG Offenbach), Rheinland-Pfalz (SV Multatuli Ingelheim), Thüringen und Saarland + 2 Freiplätze (SV Hofheim und SK Turm Bad Hersfeld).
Für diese 6 Mannschaften gibt es dieses Jahr 3 Qualifikationsplätze zur Deutschen
In den vorab veröffentlichten Informationen fehlten die Thüringische und Saarländische Mannschaft. Aber diese Listen sind selten aktuell. Das Saarland ist ein kleines Bundesland und hat kaum U14 Mädchen, die sich auch noch auf mehrere Vereine verteilen. Ein Saarländischer Verzicht ist daher nicht verwunderlich. Aber in Thüringen gibt es ein halbes Dutzend guter U14w-Mannschaften, so dass ich davon ausging, dass mindestens eine vermutlich aber zwei Thüringische Mannschaften nachmelden werden.
Direkt nach unserer Ankunft um 16 Uhr haben wir erfahren: Thüringen und Saarland reist tatsächlich nicht an. Es sind also die 4 oben aufgeführten Vereine, die sich um 3 Qualifikationsplätze duellieren. Außerdem wird Hofheim nur mit 3 Spielerinnen antreten können, da eine Spielerinnen schon seit mehreren Wochen erkrankt ist.
So um 17:00 Uhr trafen dann die Hofheimer ein - mit nur 2 Spielerinnen. Eine Spielerin hat sich am Freitag morgen mit Fieber krank gemeldet. Da die U14w statt der geplanten 5 Runden nur 3 Runden spielen wird, wurde beschlossen die Freitag-Abend Runde ausfallen zu lassen in der Hoffnung, dass die Hofheimer Spielerin Samstag morgen anreisen kann.
Gegen 22:00 gab es Nachricht aus Hofheim: Die erkrankte Spielerin wird auch am Samstag definitiv nicht anreisen können. Und als der Schiedsrichter der Hofheimer Betreuerin erklärte, dass die beiden Hofheimer Spielerinnen (eigentlich an Brett 3 und 4 gemeldet) an Brett 1 und 2 spielen müssen, da nach Turnierordnung nur die hinteren Bretter kampflos verloren gegeben werden dürfen, zogen sich die Hofheimer zu einer kurzen Mannschaftsbesprechung zurück und reisten um 22:30 Uhr wieder ab.
Es kann manchmal ein schmaler Grat sein zwischen "durch gute Gegner fördern" und "junge Spielerinnen sinnlos verheizen".
Damit hatten die verbliebenden Mannschaften (Offenbach, Ingelheim und Hersfeld) die Qualifikation zur Deutschen Vereinsmeisterschaft schon erreicht, bevor der erste Zug gemacht wurde.
Samstag morgen startete dann die erste Runde Ingelheim gegen Bad Hersfeld. Ariadne konnte ihre Gegnerin bereits in der Eröffnung überspielen und ihren Vorteil dann sauber und sicher zur Hersfelder 1:0 Führung ausbauen. Rebecca  und Laura (Gegen Frieda von Beckh - DWZ 1661. Beachtenswert: Ingelheim wird überlegen Rheinland.Pfalz-Meister, läßt aber bei diesem Turnier eine eigene Spielerin zu Hause um sich mit einer hessischen Spitzenspielerin nochmals zu verstärken!) fliegen einfach nur weg und haben nicht den Hauch einer Chance. Lisa baut sich etwas passiv aber vollkommen Gesund auf. Leider verpasst sie in der Eröffnung zwei mal die Möglichkeit mit aktiven Zügen eine für die Gegnerin unangenehme Initiative zu entfalten. Bis ins späte Mittelspiel kann Lisa voll mithalten und die Stellung im Gleichgewicht halten. Einmal hätte sie mit einer kleinen Kombination sogar in ein Doppelturmendspiel mit Mehrbauer abwickeln können. Als die Bedenkzeit dann knapper wurde, leistete sich Lisa eine Ungenauigkeit und das reichte der Rheinland-Pfälzischen Spitzenspielerin um eine gefährliche Aktivität zu entfalten um dann in der Zeitnotphase Lisas Stellung völlig zu zerpflücken.
Endstand 3:1 für Ingelheim.
Samstag Nachmittag konnten wir dann zuschauen, wie Turnierfavorit Offenbach mit Müh und Not grade so gegen Ingelheim gewinnt (2,5:1,5)
Sonntag morgen dann der Abschluß gegen Hersfeld gegen Offenbach. Diese Begegnung haben wir (nicht ganz unerwartet) mit 4:0 verloren. Völlig Chancenlos waren wir allerdings nicht: Rebecca ist es gelungen ihre Gegnerin in der Eröffnung an die Wand zu drücken. An Zwei stellen hätte sie mit genauen Zügen und (zeitweiligen) Figurenopfer ihre Gegnerin zur Aufgabe zwingen können. Rebacca hatte durchaus bemerkt, dass die gegnerische Verteidigungsstellung brüchig ist. Aber ihr war nicht klar wie brüchig die Verteidigung ist. Vielleicht fehlte auch etwas die Traute gegen eine Gegnerin mit über 300 DWZ-Punkte Vorsprung Figurenopfer anzubringen. Sie spielte mit "normalen" Zügen weiter, die Offenbacherin konsolidierte ihre Verteidigung und wickelte in ein Endspiel mit zwei Türmen und ungleichfarbigen Läufern ab. Dieses Endspiel verteidigte Rebecca  gut, aber es gab nichts mehr zu verteidigen: Die Offenbacherin hatte das schon so eingerichtet, dass das Endspiel oberflächlich betrachtet (Materialgleichheit) zwar harmlos aussah aber in Wirklichkeit war das bereits eine technische Gewinnstellung.
Auch Laura hat in dieser Begegnung einiges geleistet. Nach 20 Zügen hat sie eine völlig chaotische Stellung auf dem Brett. Beide Seiten haben mehrere Bauernschwächen, Figuren stehen auf Feldern, wo man eigentlich nicht weiß was die dort zu suchen haben, keine offensichtlichen Ideen oder Spielpläne. Ohne eingehende Analyse oder Computerhilfe weiß ich auch nicht ob oder wer da eigentlich besser steht (oder vielleicht auch weniger schlecht steht?). Gegen eine 450 DWZ-Punkte bessere Spielerin derartige Stellungen anzustreben ist sicher keine schlechte Strategie, eine derartige Stellung dann aber in der Praxis auch aufs Brett zu zaubern zeugt schon von einer gewissen Klasse.
Dann wurde bei beiden Spielerinnen die Zeit knapp, und die Stellung blieb chaotisch. Als Lauras Bedenkzeit unter zweieinhalb Minuten sank habe ich dezent den Raum verlassen um Laura durch meine Anwesenheit nicht noch nervös zu machen. Als ich den Raum wieder betrat war die Zeitnot vorbei und Laura hatte einfach nur eine Figur weniger....

Gesamtfazit: Die Mannschaft hat sicherlich nicht so entfesselt gespielt wie bei den Hessischen Mannschaftsmeisterschaften aber doch erheblich besser als das nackte Ergebnis (1:7 Brettpunkte) es vermuten läßt
Jede Spielerin ist einmal mehr oder weniger vorgeführt worden und hat einmal völlig reele Chancen bekommen (und einmal auch voll genutzt) Und das waren keine Gegnerinnen aus der Bezirksliga!




Montag, 12. August 2019

Bad Homburger DWZ-Cup

Kaum sind die Sommerferien zu Ende und schon sind 4 unserer Jüngsten schon wieder schachlich aktiv. Gut so!
Der Bad Homburger DWZ-Cup hat einen hierzulande ungewohnten Modus. Die Startrangliste wird in Vierergruppen aufgeteilt (1-4, 5-8 usw), diese spielen dann ein Rundenturnier. Spieler ohne DWZ werden auf die unteren Gruppen aufgeteilt, damit diese gegen DWZ-Spieler antreten und so die Möglichkeit bekommen selbst den DWZ-Einstieg zu schaffen.
Interessant ist dieses Turnier aber auch für stärkere Jugendliche, die ihr Können in einem kleinen Rundenturnier gegen gleichwertige Gegner testen möchten - Der DWZ-Schnitt in der A-Gruppe liegt bei knapp unter 1700.

Vom SK Turm sind angetreten: Charly Fizer, Michelle Heß (beide ohne DWZ), Angelina Doncev (782) und Philipp Seilius (872).

Charly und Michelle erspielen sich beide ihre erste DWZ, wobei Charly mit zwei Remisen und einem Sieg ungeschlagen bleibt und sich den 2. Platz in ihrer Gruppe sichert.
Angelina muß bei einem Sieg zwei Niederlagen hinnehmen.
Bester Hersfelder bei diesem Turnier aber ist unangefochten Philipp Seilius: 3 Spiele, 3 Siege, 1. Platz in seiner Gruppe, DWZ + 149... besser kann ein Turnier nicht laufen.


Sonntag, 16. Juni 2019

Erfolgreiche Teilnahme bei den Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften

Gestern gingen die Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften in Willingen zu Ende. Im April hatte sich Julia Vöcking als Überraschungssiegerin in der U10w nicht nur den Hessenmeistertitel gesichert, sondern sich damit auch das Startrecht bei den Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften erworben.
Ihre Schwester Laura Vöcking fuhr mit nach Willingen und nahm am Begleitturnier (U25 C-Open) teil. Ebenfalls mit dabei: Michael Honstein (SV Alsfeld). Michael hat bei den Hessischen Meisterschaften hervorragend gespielt und sich einen Qualifikationsplatz in der Altersklasse U12 gesichert.
Es ist zwar nicht üblich auf der Hersfelder Hompage Spieler aus anderen Vereinen zu würdigen, aber vom Bezirk Osthessen nehmen auch nicht so häufig Spieler an deutschen Meisterschaften teil.


Bei 42 Teilnehmern nimmt Julia mit ihrer DWZ 812 den Startplatz 41 ein. Also für Julia 11 Partien  zum Lernen. Jede Partie die nicht verloren geht darf als Erfolg gewertet werden und die Tatsache, dass sie sich qualifiziert hat und mitspielen darf sollte Erfolg genug sein.
Gleich die ersten Runde beginnt mit einem Paukenschlag. Julia gewinnt gegen eine Gegnerin mit DWZ 1095 !. In der zweiten Runde bekommt Julia eine Gegnerin mit DWZ 1192 - und gewinnt auch diese Partie !! 
Also werden die Anforderungen nochmal gesteigert: Julia rückt an Brett 4 vor und ihre Gegnerin hat eine DWZ 1215. Da die ersten 5 Bretter Live ins Internet übertragen werden, spielt Julia zum ersten mal in ihrem Leben an einem LIVE Brett. Aber scheinbar läßt Julia sich von nichts beeindrucken: Sie gewinnt auch noch ihre dritte Partie !!!
Lassen sich die Anforderungen nochmal steigern? Ja. In der 4. Runde spielt Julia an Brett 2 gegen Alissa Wartenberg (DWZ 1291). Die ersten 3 Bretter jeder Altersklasse werden von IM Christof Sielecki und Gast (An diesem Tag GM Andreas Heimann) live kommentiert. Auch wenn bei den Kommentatoren die Altersklasse U10w nicht im Zentrum ihrer Betrachtungen steht: Julia dürfte wohl die einzige Hersfelder Spielerin sein, die von Mitgliedern der deutschen Schach-Elite öffentlich lobend erwähnt wird. 
Julia verliert diese Partie. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Ihre Gegnerin Alissa Wartenberg wird mit 10,5/11 überlegen Deutsche Meisterin und wird die deutschen Farben bei der nächsten Weltmeisterschaft vertreten.
Nach diesem Start bekommt Julia in den nächsten Runden nur noch Gegnerinnen mit vierstelliger DWZ, teilweise sogar ab 1200 aufwärts. Und wenn es nach diesem wahrlich einmaligen Turnierstart vielleicht etwas aus dem Blickfeld geraten ist: Julia kann mit Ihrer DWZ 812 naturgemäß nicht mithalten und verliert in Runde 5, 6 , 7 ....
Erst in Runde 10 bekommt sie Ihre erste Gegnerin mit dreistelliger DWZ: 922 - also nur 110 Punkte Vorsprung. Aber die Qualität dieser Partie ist nur ein Schatten dessen, was sie in den ersten 3 Runden aufs Brett gezaubert hat. Auch die letzte Partie (DWZ 839 - also ihre erste Gegnerin auf Augenhöhe) verliert sie.
In der Abschlußtabelle bleiben also 3 Punkte aus 11 Partien = Platz 39. Also doch alles verspielt und den Startrangplatz 41 nur minimal verbessert ?! Ein Blick in die DWZ-Auswertung führt noch mal ins Rampenlicht, was Julia hier geleistet hat: Sie hat ihre DWZ um 64 Punkte gesteigert. Bei dieser Gegnerschaft wären 1,7 Punkte zu erwarten gewesen - das hat sie in der Doppelrunde am ersten Tag bereits überboten.


Im C-Open (bis DWZ 1400) ist Laura bei 65 Teilnehmern mit ihrer DWZ 1172 an Startplatz 31 gesetzt, also ganz knapp in der vorderen Hälfte. Im C-Open werden 9 Runden gespielt und im Gegensatz zu ihrer Schwester beginnt das Turnier für Laura recht unspektakulär. In der ersten Runde gegen einen DWZ-losen Gegner gewonnen, in der 2. Runde gegen eine DWZ stärkeren (1296) verloren, in der dritten Runde gegen einen DWZ-losen Remis. Damit hat sie alle 3 möglichen Partieausgänge abgehakt.. Im Mittelteil des Turnieres steigert sie etwas ihre Ergebnisse,liefert aber keine großen Überraschungen:
Runde 4 Remis gegen DWZ 1262, Runde 5 Sieg gegen 1048, Runde 6 Remis gegen 1388.
Im letzten Turnierdrittel kommt Laura richtig in Fahrt. In Runde 7 nimmt sie mit einem Remis gegen 1181 Anlauf und besiegt in den beiden Schlußrunden 2 DWZ-stärkere Gegner (1371 und 1236)
In der Endtabelle belegt sie mit 4 Siegen, 4 Remisen bei einer Niederlage mit 6 Punkten Platz 11. Damit steigert sie ihre DWZ um 85 Punkte auf 1257.



In der Altersklasse U12 nimmt Michael Honstein (SV Alsfeld) mit einer DWZ 1378 den Startplatz 55 von 58 Teilnehmern ein. Ähnlich wie Julia in der U10w hat er also nichts zu verlieren und jede nicht verlorene Partie ist ein Erfolg.
Erst Im April hat Michael bei den Hessischen Meisterschaften seine DWZ von 1103 um unglaubliche 275 Punkte gesteigert. Natürlicherweise stellt sich bei einer derartig großen DWZ-Steigerung immer die Frage : Hat Michael seine Spielstärke wirklich derartig weit gesteigert oder war die Leistung bei der Hessenmeisterschaft "nur" ein positiver Ausrutscher?
Bei den deutschen Meisterschaften bekommt Michael in den 9 Runden eine ziemlich ausgeglichene Gegnerschaft. Bester Gegner: 1760, Schlechtester Gegner 1600. Michael schafft 3 Siege (bei 6 Niederlagen) und steigert seine DWZ um weitere 91 Punkte auf 1469 !!



Montag, 6. Mai 2019

Schachklub Turm Bad Hersfeld trauert um Henning Tuchow


Der SK Turm Bad Hersfeld trauert um Henning Tuchow, der am 24. April 2019 nach mehrmonatigem Leiden im Alter von 77 Jahren verstorben ist. Mit seiner 42 Jahre währenden Mitgliedschaft zählte Henning Tuchow zu den treuesten Schachfreunden des Vereins. Lebhaften Anteil nahm er insbesondere an den Wettkämpfen der 1. Mannschaft, die er gerne besuchte und mit aufmerksamem Blick verfolgte. Für die jeweiligen Partien beurteilte er die Aussichten objektiv, in nüchterner Weise und mit der gebotenen Zurückhaltung; diese Eigenschaften prägten ihn auch beruflich durch seine Tätigkeit als Richter stark. Selbst setzte sich Henning Tuchow ans Brett gerade dann, wenn eine angespannte Personalsituation es erforderlich machte. So unterstützte er zum Beispiel am letzten Spieltag der Saison 2007/2008 die 2. Mannschaft, die mit einem legendären 4:4 gegen Fulda den Aufstieg in die Landesklasse perfekt machte. Für die Verantwortlichen des Vereins war sein diskreter und zuverlässiger Rat bei juristischen Fragen von unschätzbarem Wert. Der SK Turm Bad Hersfeld wird Henning Tuchow ein bleibendes und ehrendes Andenken bewahren.

2. Mannschaft Bezirksoberliga: Letzte Runde

"Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende"

Oder um es mit Schiller zu sagen: "Das war kein Heldenstück, Octavio!"

Die letzte Runde dieser Saison bestand im Auswärtskampf gegen Hünfeld. Wir wurden vorher informiert, dass Hünfeld nur mit 6 Brettern antrat, und wir führten daher schon von Anfang an mit 2 Punkten. Brett 1 und 7 hatten wir kampflos gewonnen. Dennoch war das Kräfteverhältnis der Spieler sehr ungleich zugunsten Hünfelds, da wir nur mit zwei Stammspielern am Start waren. So wie es aussieht hatte ich mit DWZ 1488 gegen
Jan Blanquett  mit DWZ 1607 noch die größten Chancen, alle anderen hatten gegen eine deutlich höhere DWZ-Differenz zu kämpfen. Ich will hier aber nicht groß rumopfern, quasi 6:0 für Hünfeld war dann trotzdem ein etwas ärgerlicher Schlussstrich unter die Saison. Ein halber Punkt wäre bei mir trotz des Minusbauers im Turmendspiel noch möglich gewesen, wenn ich es nicht versaut hätte. Die anderen haben ihr Bestes gegeben und hatten für ihre jeweilige Spielstärke hammerharte Gegner. Familie Kempf war wieder mal mit Vater, Sohn und Auto dabei und ich weiß nicht, was wir diese Saison ohne sie gemacht hätten.

In der Abschlusstabelle der Bezirksoberliga belegen wir Platz 8 von 10:

https://hessen.portal64.de/ergebnisse/show/2018/1025/tabelle/

Tabelle

Samstag, 20. April 2019

Zentrales Lager: Schlußrunde und Nachbetrachtung

Das Zentrale Lager 2019 ging heute zu Ende. In der Schlußrunde gab es in der U12 die etwas ungünstige Paarung Julia Vöcking vs Philipp Seilius. Philipp konnte sich hier durchsetzen und seinen 4. Punkt einfahren. Christian Breitbarth (U14) verliert. Lennart Greb (U16) holt sein fünftes Remis in Folge. In der U18 spielt Jona Rössing ebenfalls Remis. Im Mädchenturnier bekommt Laura Vöcking ihre erste Gegnerin auf Augenhöhe, und verliert etwas unglücklich. Semen Bauer (U18-Open) erzielt zum Abschluß nochmal den ganzen Punkt und überschreitet damit die 50%-Marke.

Nachbetrachtung

Es war eine erfolgreiche Hessenmeisterschaft. Spielbedingungen, Freizeitprogramm und das allgemeine "Flair" wie immer sehr gut: Hier ein großes Kompliment an die Hessische Schachjugend! (Weil diese Rahmenbedingungen ja schon seit Jahren auf diesen sehr hohen Niveau sind, vergisst man nur allzu leicht, dass das keine Selbstverständlichkeit ist.)
Unsere Spieler haben die angebotene Vorbereitung gut angenommen und im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten gutes Schach gespielt. Als Highlight holt sich Julia Vöcking zur Überraschung aller den Hessenmeistertitel U10w und qualifiziert sich damit zur deutschen Meisterschaft.
Auch wenn in einzelnen Partien natürlich auch mal was schief gelaufen ist: Was will man den mehr um zufrieden zu sein ?

Lukas Kempf (U10): 4,5 aus 7, Erst-DWZ 978
Bei seiner ersten Hessenmeisterschaft so deutlich über der 50% Marke zu liegen ist eine Super-Leistung, die bisher nur ganz wenige Spieler geschafft haben.

Julia Vöcking (U10 + U12): 8 aus 16, DWZ-Differenz +35
Julia hat beide Turniere mitgespielt. In der U10 ein Riesenerfolg mit 5/7 und den schon mehrfach erwähnten Hessenmeistertitel, danach erzielt sie in die U12 mit 3/9 ein mäßiges Ergebnis. Die U12 Ergebnisse sollte man hier nicht zu stark gewichten. 2 Turniere hintereinander gehen an die Substanz.

Philipp Seilius (U12): 4 aus 9, DWZ-Differenz -14
Philipp hat genau die Leistung gebracht, die nach seiner DWZ zu erwarten war (knapp unter 50%, nur minimale DWZ-Schwankung).

Christian Breitbart (U14): 1 aus 7, DWZ-Differenz + 58
Christian hat sich als Bezirksmeister für dieses Turnier qualifiziert und hat beschlossen auch teilzunehmen. Beachtlich, denn wenn jeder Gegner mehr als 500 DWZ-Punkte Vorsprung hat, sind hier ganz klar 7 Niederlagen zu erwarten und dieser Herausforderung stellt sich nicht jeder.
"Nur" 6 Partien verloren aber 1 mal gewonnen!

Lennart Greb (U16): 2,5 aus 7,  DWZ-Differenz - 56
Zwei Auftaktniederlagen und dann 5 mal Remis in Folge. Das war nicht Lennarts bestes Turnier, aber das passiert halt dann und wann.

Jona Rössing (U18): 3 aus 7,  DWZ-Differenz + 22
Bei seiner letzten Hessenmeisterschaft wollte Jona eigentlich die 50% holen. Hat nicht ganz geklappt, aber 3 Punkte sind bei starker Gegnerschaft auch kein schlechtes Ergebnis.

Laura Vöcking (U14w-U18w), 3 aus 7, DWZ-Differenz - 19
Laura hatte eine sehr ungleichmäßige Gegnerschaft: Drei Gegnerinnen mit deutlicher DWZ-Überlegenheit, drei Gegnerinnen mit deutlicher schlechterer DWZ. Gegen die guten verloren, gegen die schlechten gewonnen. In der letzten Runde bekommt sie ihre einzige Gegnerin mit ungefähr gleicher DWZ und verliert etwas unglücklich.

Semen Bauer (U18-Open): 4  aus 7, Erst-DWZ 1099
Mit seinen Schlußrundensieg noch die 50%-Marke überschritten. Ein gutes Ergebnis, was mit einer entsprechend guten Erst-DWZ belohnt wird.

Freitag, 19. April 2019

Zentrales Lager: Punkteregen für Bad Hersfeld

(von Jona Rößing)

Philipp Seilius und Julia Vöcking gelang jeweils ein Sieg in der U12.
Auch bei den Mädchen überzeugte Laura Vöcking gegen ihre Gegnerin.
In der U14 schlug sich Christian Breitbart wacker gegen seinen DWZ-mäßig hochüberlegenen Gegner mit dem festen Willen, auf seinen gestrigen Sieg eine weitere Sensation folgen zu lassen. Letztendlich musste er sich dann doch gegen seinen Gegner geschlagen geben.
Im U18-Open spielte Semen Bauer mit weiß eine italienische Partie, in der er zunächst eine ausgeglichene Stellung erreichte. Diese konnte er jedoch durch die "Ungenauigkeiten" seines Gegners zu seinem Vorteil ausbauen und zum vollen Punkt verwerten.
Tandemmeister Lennart Greb erreichte in der U16 eine sehr scharfe und taktische Stellung. Sein Angriff war deutlich aggressiver und es sah so aus, als könne sein Gegner jenen nicht mehr abwehren.
Doch durch ein Mannöver, das in Lennarts Zeitnot schwer zu sehen war, gelang seinem Gegner das Dauerschach. Nebenbei möchte ich anmerken, dass Lennart Zweiter im Tischtennsturnier wurde.
Meine Partie in der U18 remiserte ich (Jona Rößing) ebenfalls. Im Pirc nutzte ich meinen zwischenzeitlichen  Vorteil nicht aus.

Unter dem Strich ein wirklich erfreuliches Ergebnis - der bis jetzt punktemäßig beste Tag für unsere Spieler und Spielerinnen. Vielleicht wird der heutige Punktestand sogar noch ausgebaut. In diesem Moment sitzen Julia und Philipp in der U12 an ihrer Nachmittagspartie.

Nachtrag (von Eckhard Krauße)

Die 8. Runde der U12 ist beendet. Julia Vöcking überspielt klar ihren Gegner und bekommt ihren dritten Punkt. Philipp Seilius spielt außergewöhnlich lange (manchmal fruchtet es doch, wenn man immer wieder das zu schnelle Ziehen bei Kindern anmeckert) wird aber nicht belohnt und verliert diese Partie.