Montag, 17. Februar 2020

Landesklasse: Klassenerhalt geschafft

Gestern (16.02.2020) hatten wir in der Landeklasse Nord die 6. Runde gegen SC Eschwege zu bestreiten. Dem regelmäßigen Leser mag auffallen, dass wir bereits vor 3 Wochen die 5 Runde gegen die SAbt TG 1946 Wehlheiden gespielt haben, ohne dass dies einen Bericht zur Folge hatte. Ich hatte da keine Zeit, einen Bericht zu verfassen. Gegen Wehlheiden haben wir 1:7 verloren. Es waren einige interessante Partien dabei (wenn auch mit aus Hersfelder Sicht ungünstigem Ausgang), die einen Bericht gelohnt hätten. Aber wie erwähnt hatte ich keine Zeit - und eine 1:7 Niederlage ist auch kein Ergebnis, dass dazu motiviert andere Sachen aufzuschieben und sich dem Schreiben zu widmen.

Also zur aktuellen 6. Runde gegen Eschwege: Bei Eschwege hatte ein Spieler kurzfristig absagen müssen, so dass Michael Vöcking an Brett 7 kampflos gewann. Die Eröffnungsphase verlief recht ausgeglichen. Dann konnte Fynn Wolf seinem Gegner eine Leichtfigur abknöpfen. Ich freute mich schon über eine sichere 2:0 Führung und mußte mit ansehen, wie Fynn diese Mehrfigur 2 Züge später wieder "einstellte".... Der Gegner hatte für seine Leichtfigur 2 Bauern und eine akute Mattdrohung erhalten. Zu wenig für eine Leichtfigur, allerdings mußte Fynn natürlich zuerst das drohende Matt abdecken und hatte dafür 2 Möglichkeiten: Entweder mit Tf7 seinem eigenem König Fluchtfelder nehmen oder Lf6. In Befürchtung sein Gegner könnte bei Tf7 wegen der fehlenden Fluchtfelder einen Mattangriff starten entschied sich Fynn für Lf6 - und verlor dabei die Mehrfigur.
Danach habe ich vom Kampf erstmal nichts mehr mitbekommen, da ich mich um meine eigene Partie kümmern musste. Ich hab es mal wieder geschafft, eine sehr dynamische Stellung aufs Brett zu stellen. Ein Bauern weniger, aber dafür Initiative und jede Menge Angriffsmotive. Also jede Menge zu rechnen. In einer Denkpause (mein Gegner war am Zug) teilten mir meine Mannschaftskollegen kurz den Zwischenstand mit. Wolfgang Frank und Jörk Günther haben an den beiden Spitzenbrettern remisiert, Fynn Wolf hat seine Partie gewonnen, also 3:1 für Bad Hersfeld.
Ich bekomme meinen geopferten Bauern zurück, sämtliche Schwerfiguren tauschen sich ab und ich lande in einem sehr ausgeglichenen und remisträchtigen Leichtfigurenendspiel. Mit dem 3:1 im Rücken fiel es mir auch nicht sonderlich schwer jetzt das Remis anzubieten, was mein Gegner nach einigem Nachdenken auch akzeptierte. 3,5:1,5 Führung für Bad Hersfeld.
Also die Gelegenheit sich die verbleibenden 3 Bretter mal anzugucken. Lennart Greb hatte eine Leichtfigur weniger für 2 Bauern - nicht ganz unähnlich zur Partie vom Fynn, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Jona Rößing hatte ein Endspiel mit 3 Leichtfiguren auf jeder Seite. Ohne tiefer in der Stellung einzudringen ist eine Abschätzung eigentlich nicht möglich... Bei Materialgleichheit und fehlenden offensichtlichen Schwächen sollte das eigentlich im Ausgleich sein, aber die Beurteilung kann bei "verdeckten" Schwächen oder "ungenauen" Zügen auch sehr schnell zu klar verloren bis klar gewonnen kippen. Bei der Partie von Manfred Willich war nach einem flüchtigen Blick klar: Hier sind noch alle Ergebnisse möglich.
Egal wie, einen Punkt brauchen wir noch für den Mannschaftssieg.
Also erstmal mit dem Gegner einen Kaffee trinken und die Partie analysieren - denn diese Partie ist durchaus eine Analyse Wert. Nach ca 45 min wurden wir dann unterbrochen: Alle 3 Partien sind remis ausgegangen. Endstand 5:3 für Bad Hersfeld.

In der Gesamtbetrachtung: An den ersten 6 Brettern remis, 1 Partie gewonnen (+ 1 mal kampflos gewonnen), Mannschaftssieg, selber eine Partie gespielt mit der ich ausnahmsweise mal rundum zufrieden bin, den Klassenerhalt bereits nach 6 Runden (von 9) sichergestellt - Das Leben kann schön sein!

Sonntag, 19. Januar 2020

5. Runde Bezirksoberliga: 2. Mannschaft, Auswärtsspiel gegen Ehrenberg

Heute fuhren wir bereits um 12:30h in Hersfeld los gen Rhön, um uns mit den Ehrenbergern zu messen. Vollzählig, wenn auch mehrere Stammspieler fehlten und wir wie üblich die Mannschaft mit jüngeren Spielern auffüllen mussten. Dennoch waren die Ehrenberger im Schnitt nur unwesentlich stärker, und wir wollten natürlich diese seltene Chance nutzen.


Als erstes gewannen Valentin Bauer und Semen Bauer an den Brettern 6 und 7 die ersten 2 Punkte für Hersfeld! Hervorzuheben ist hier, dass Semen Bauer, 15 Jahre alt und erst recht neu dabei, mit knapp über 1100 DWZ Edgar Winterling mit knapp 1700 DWZ schlug! Eine ganz tolle Leistung!

Auch Peter Ernst punktete am Brett 4 gegen seinen Gegner, bei Julia Vöcking lief es am Brett 8 leider nicht so gut, sie hatte im Turmendspiel einen ganzen Sack Bauern weniger und war dementsprechend chancenlos.

Ich selber (Michael Vöcking) spielte an Brett 3 gegen den etwas stärkeren Markus Faulstich und mir gelang ein taktischer Schlag im Mittelspiel, mit dem ich 2 Bauern erobern konnte. Leider bekam mein Gegner dann noch recht heftiges Gegenspiel, bei dem ich einen Bauern wieder hergeben musste, wir einigten uns dann bei klarer Hersfelder Führung auf Unentschieden.

An Brett 1 errang Bernd Schnitzlein gegen den neuen Bezirksmeister und klaren Favoriten Konrad Krichner ein Unentschieden, und Günter Lieder punktete sogar nochmals am Brett 2!

Am länsgten spielte die dreizehnjährige Laura Vöcking am Brett 5 gegen den doppelt so alten Sebastian Menz, der ca. 150 DWZ mehr hatte, stand aber im Mittelspiel zwischenzeitlich ganz klar besser und hatte eine tolle Angriffsstellung auf die gegnerische Rochadeburg. Leider etwas zaghaft erlaubte sie dann ihrem Gegner Gegenspiel im Zentrum und fiel auf eine Bauerngabel herein, die taktisch eigentlich nicht funktioniert hätte. So kämpfte Laura dann noch recht lange mit einer Leichtfiguer weniger, aber ihre bessere Stellung löste sich nach und nach auf und sie konnte dann leider nur noch aufgeben.

Endstand: 5:3 für Bad Hersfeld!

Tabelle

Montag, 30. Dezember 2019

Bremer Slivesteropen: Das Ende

Bericht von Jona Rößing

Letzte Runde des Turniers.
Ein Gegner ohne Zahl in der letzten Runde. Er gewann erst einen Bauern, dann einen zweiten und schlussendlich auch die Partie, und womit? Mit Recht, denn ich hatte nicht wirklich Ideen für Gegenspiel und somit verdient verloren, obwohl ich meinen Gegner spielerisch etwa auf meinem Niveau vermute. 

Fazit: Ein gut organisiertes Turnier, viele nette Leute, hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Leistungstechnisch war das unter dem Strich ok, aber im Nachhinein wäre dennoch mehr dringewesen, Elo und DWZ steigen immerhin. 


Sonntag, 29. Dezember 2019

Bremer Silvesteropen: Schach ist Kampf

Bericht von Jona Rößing

Neuer Tag, neues Glück - hoffte ich. Ich probierte zum erstem Mal den Grünfeldinder aus, den ich schon ein bisschen studiert habe, irgendwann muss ja das erste Mal sein...
Und es lief zunächst besser als erwartet.
Ich bekam kräftiges Gegenspiel, meine Bauern am Damenflügel hingen zwar etwas in der Luft, aber egal, solange mein Gegner meinen sonderbaren Spielstil nicht widerlegte. Im Mittelspiel gewinne ich einen Bauern und stehe sehr schön, mein Gegner breit. Die Konzentration lässt jedoch nach knapp 4 Stunden und Zeitnot schonmal nach,trotzdem keine wirkliche Ausrede für einen verlorenen Turm. Ärgerlich, das hätte mein erster 
1800er-Skalp werden können, auch deshalb, weil ich mir einen schönen Vorteil erspielt habe.
Spazieren gehen und erstmal ein wenig abkühlen, Pizza essen, und neue Kräfte für die nächste Partie tanken.

Was ich  mit am liebsten am Schach mag, ist die Kampfeslust und das Adrenalin vor der Partie. 
Ich wollte jetzt unbedingt gewinnen. 
Mein Gegner erhoffte sich durch die Festlegung seiner Zentrumsbauern auf weißen Feldern meinen Fianchetto-Läufer einzusperren. 
Problematik: Ich bekam viele, viele schöne Felder für mein Pferdchen und meinen dunkelfarbigen Läufer und konnte mir dadurch sogar eine Qualität ergaunern. 
Mein Gegner hielt wacker dagegen, steckte noch einen Springer ins Geschäft, um irgendwie das Dauerschach zu erzwingen. Ich entferne meinen König aus der Gefahrenzone. 
Durch einen Abzug  gewinne ich schließlich. 

Auch wenn ich heute einmal verloren habe und auch nicht mehr Punkte als gestern holte, bin ich trotzdem zufriedener, da ich es mit stärkeren Gegnern als am Vortag zu tun hatte und schachlich einfach eine bessere Leistung aufs Brett brachte. Morgen ist die siebte und letzte Runde, da werde ich natürlich alles geben, um nochmal zu punkten. 

Samstag, 28. Dezember 2019

Bremer Silvesteropen

Ein Zwischenbericht von Rona Rößing:

Bremer Silvester Open

Tag 1: Der Startschuss

Ich habe mich relativ spontan entschieden, zwischen den Jahren bei einem Turnier mitzuspielen.
Mit Startrang 41von 51 bin ich ziemlich weit unten in der Teilnehmerliste.
Dementsprechend bekomme ich in Runde 1 auch einen starken Gegner (DWZ knapp 2000).
Ich wähle den sizilianischen Drachen. Mein Gegner rochiert groß und es entwickelt sich eine sehr strategische, scharfe Stellung. 
Eine hart umkäpfte Schlacht am Königs- und Damenflügel. Jede Ungenauigkeit kann in so einer Stellung zum Partieverlust führen. So kam es auch; bis zum 20.Zug spielte ich sehr genau... 5.Züge nach der Ungenauigkeit musste ich einen Springer gegen zwei Bauern geben, die zwei Bauern hätte ich aber auf kurz oder lang auch wieder verloren (wie letztendlich die Partie). 

In der zweiten Runde spielte ich gegen eine Spielerin aus Frankreich mit Elo 1800.
Skandinavisch mit weiß sollte kein allzu großes Problem darstellen. 
Ich kam völlig problemlos aus der Eröffnung und konnte mir einige Vorteile erspielen. 
Raumvorteil, Unterentwicklung und Schwächen meiner Gegnerin auf schwarzen Feldern. 
Es sah gut aus. Skandinavisch ist zwar passiv, jedoch auch sehr schwer zu knacken. Zu schwer. Ich kann die Schwächen in der schwarzen Stellung einfach nicht ausnutzen. Nach und nach schwindet meine "bessere" Stellung, VERschwindet fast - schade. 
Um unnötigem Risiko vorzubeugen einigen wir uns auf remis.

Sicherlich wäre in beiden Partien spielerisch mehr drin gewesen, jedoch sind 0.5 aus 2 bei dieser Gegnerschaft in Ordnung. 

Tag 2: Ungeschlagen aber sieglos

Ein Gegner mit ähnlicher Spielstärke verspricht eine Partie auf Augenhöhe. Ich verliere nach der Eröffnung immer mehr die Kontrolle und stehe nach 20 Zügen völlig auf Verlust. Durch genaues Spiel gewinnt mein Gegner zwei Bauern, ich opfere einen dritten Bauern und kann in ungleichfarbiges Läuferendspiel abwickeln.
In den letzten Wochen haben wir im Jugendtraining kaum etwas anderes gemacht, als diese Endspiele zu behandeln. Das rettete mir heute den halben Punkt in einer Partie, die eigentlich aussichtslos war.

In der Nachmittagsrunde bekam ich einen Gegner aus Oldenburg mit DWZ >1700.
Zum ersten Mal testete ich 1.Sf3.
Ich bekam einen soliden Aufbau und konnte meinem Gegner einen Isolani verpassen. 
Mein Gegner war kein Freund von taktischen Verwicklungen und ging diesen aus dem Weg, indem er überall wo er konnte Figuren abtauschte. Leider gelang es meinem Gegner, den Isolani aufzulösen und wir hatten ein blutleeres Turmendspiel auf dem Brett.
Ich bot ihm ein Unentschieden an, was er ca. 15 Züge später auch akzeptierte.

Unter dem Strich ein für meine Spielstärke sauberes Ergebnis. Eine schlechte Partie, eine gute. Noch immer warte ich auf meinen ersten vollen Punkt.

Freitag, 27. Dezember 2019

Bad Hersfeld bei der diesjährigen hessischen U8 in Bad Homburg wieder dabei: Philipp Schäfer


Das Jahr soll nicht zu Ende gehen, ohne noch auf einen schönen Erfolg hinzuweisen, der kurz vor Weihnachten in Bad Homburg stattfand. Wie jedes Jahr findet dort Mitte Dezember  (20.-22.12.) die hessische Jugendeinzelmeisterschaft für die Jüngsten (U8) statt und Bad Hersfeld hatte wieder einen Spieler dabei!

Ich darf kurz vorstellen: Philipp Schäfer, wohnhaft in Gerstungen und somit bereits Thüringen, ist dieses Jahr bei uns in den Verein eingetreten und nimmt sehr, sehr rege am Training in der „Diaspora“ Wildecks (Obersuhl) teil. Wir haben dort jeden Donnerstag zwischen 17 und 18 Uhr im Nabuhaus (am Schulhof der Grundschule am Rhäden) Training für jene Kinder, die nicht wöchentlich 30 km hin und zurück zum Hersfelder Training fahren können. Philipp ist sieben Jahre alt und somit noch für die U8 spielberechtigt (sogar nächstes Jahr nochmal!).



Bisher hatte er als einzigem Schachturnier lediglich an der letzten Osthessischen Schulschachrallye teilgenommen und hatte sonst noch keine Wettkampferfahrung. Das ließ er sich aber nicht anmerken, sondern punktete gleich in der ersten Runde mit Schwarz!  In der zweiten Runde bekam er es mit einem echten Brocken zu tun: Julian Pflugbeil vom SK Bad Homburg, DWZ 976! Und Philipp gewann! Julian landete später auf dem 8. Platz und hatte im gesamten Turnier genau zwei Punkte abgegeben, nämlich gegen den späteren Hessenmeister Alexis Buchinger (SF Neuberg, DWZ 1596 (!)) sowie eben gegen Philipp.




Dann, wie das beim Schweizer System eben so ist, bekam Philipp Gegner jenseits der 1000 DWZ vor die Nase gesetzt, was für U8 Spieler selbst auf Hessenebene schon sehr heftig ist und verlor dementsprechend Runde 3 bis 6. In der letzten Runde dann aber zeigte Philipp nochmal was er draufhat, gewann und holte seinen 3. Punkt! Damit errang er einen sehr schönen Endstand als Platz 34 von 58 und somit im Mittelfeld und kann nächstes Jahr wie gesagt nochmal dabei sein. 


Dienstag, 12. November 2019

Bezikrsliga: 3. Mannschaft gegen den SC Rotenburg 2

Volles Haus am Sonntag, den 10.11.2019 im Schützenhaus, Am Jägersgraben in Bad Hersfeld. Wir spielten dort zeitgleich mit der 1. Mannschaft.

An einen Sieg war aufgrund der Stärke unseres Gegners nicht zu denken. Dennoch hoffte ich (Andreas Kempf, Mannschaftsführer), 2 Punkte gewinnen zu können. Lukas Kempf und Philipp Seilius, mit änhnlicher DWZ wie ihre Gegner, hatten eine echte Chance. Leider verloren beide.

Brett 1 und 2 schienen zunächst eine klare Sache für Rotenburg. Ariadne (Brett 1) und Rebeca Medina Gonzales (Brett 2) leisteten jedoch beeindruckend großen Widerstand. Letztendlich gingen auch diese beiden Punkte an Rotenburg. Sie waren aber hart erkämpft.

Rebeca war sogar auf der Siegerstraße, da sie im Endspiel bei gleicher Bauernzahl einen Turm gegen einen Läufer hatte. A und h- Bauern waren auf dem Weg zur Umwandlung, was mit h8 -> Dame auch gelang. Ihr Gegner setzte mit Lc3 Schach und hatte ebenfalls die Chance auf Umwandlung eines Bauern. Hier hätte Rebeaca die neue Dame für den Lc3 opfern müssen, dafür stand nun aber Bauer a7 ungefährdet für eine erneute Umwandlung bereit. Der Sieg wäre ihr nicht mehr zu nehmen gewesen.

An Brett 5 spielte als Ersatzspielerin erstmals Gulistan Ahmed. Auch sie verlor, machte ihre Sache aber ordentlich. Sie ist erst ganz am Anfang, das Tempo ihrer Entwicklung lässt für die Zukunft hoffen.

Das Ergebnis 0:5 ist zwar deutlich, zu veschenken hatten wir aber trotzdem nichts.