Montag, 23. Mai 2022

Landesklasse: 5:3 gegen Alsfeld

 Beim Mannschaftskampf am Sonntag gegen den SV Alsfeld lief alles wie es sollte - bis auf den Anfang.

Von Stammbelegschaft hatte ich eine Absage erhalten und habe dann bis Sonntag 12:00 versucht noch einen Ersatzspieler aufzutreiben. Da bei uns Ersatzspielern sehr dünn  gesät sind, lief das ins Leere und wir mußten mit 7 Spielern antreten.

Also schon vor dem ersten Zug 1:0 für Alsfeld.

Der Mannschaftskampf beginnt, zunächst läuft alles in normalen Bahnen. Vanessa Krauße tauscht die Damen (was ich mit etwas Unwillen zur Kenntnis nahm) und macht etwas Druck auf die schwarze Stellung (mit Damen wäre dieser Druck aber noch größer gewesen...). Etwa 30 min später hat sie den Druck erheblich verstärkt... So lieb ich das.... Nach weiteren 30 min hat sich die Stellung nur wenig geändert, nur hat Vanessa plötzlich einen Springer weniger. Einfach eingestellt - Shit happens.

Aber Sie kämpft weiter...

Nach 2,5 Sunden Spielzeit kommt das erste Ergebnis. Bernd Wildner hat gewonnen. War eine schöne Partie. Bauernopfer in der Eröffnung, Druck aufbauen, den Bauern mit Vorteil zurückholen und im Endspiel sauber verwerten. 

Nur wenige Minuten später vermeldet auch Jona Rössing einen Sieg.

Damit geht Hersfeld mit 2:1 in Führung.

Eine Stunde später kann ich auf 3:1 erhöhen. Keine Partie auf die ich Stolz bin. Mein Gegner spielt eine sehr ungewöhnliche Eröffnung. Mit einfachen natürlichen Entwicklungszügen bekomme ich von Start weg einen kleinen aber dauerhaften Vorteil. Dann stell ich im 12. Zug einen Läufer ein und hab einfach nur Glück, dass mein Gegner dieses Geschenk nicht annimmt. 

Im 13. Zug begeht mein Gegner dann einen positionellen Fehler und von nun an steh ich auf Gewinn. Ich glaube nicht, dass ich diese Gewinnstellung irgendwann aus der Hand gegeben habe, aber an mehreren Stellung unsauber gerechnet, Züge übersehen und damit hab ich mir die Verwertung der Gewinnstellung erheblich schwerer gemacht als es sein müsste...

Immerhin hatte diese Partie einige lehrreiche Stellen, so dass sich gelegentlich meine Schüler mit der Partie auseinander setzen dürfen.

Nur 2 Minuten später einigt sich Jörk Günther  mit seinem Gegner auf remis. Nach weiteren 2 Minuten gewinnt Fynn Wolf seine Partie. Das war ebenfalls eine saubere Partie. In der Eröffnung mit Schwarz den Ausgleich geschafft, positionelle Vorteile erarbeitet, Bauern gewonnen, den Vorteil im Endspiel sicher verwertet.

Damit haben wir 4,5 Punkte und damit den Wettkampf gewonnen. Bernd Schnitzlein hat zu dieser Zeit deutlichen Vorteil, Vanessa kämpft immer noch mit Springer weniger.

Also erstmal eine rauchen gehen, sich draußen ein bisschen unterhalten und als ich 20 Minuten später den Spielsaal wieder betrete, sind beide Partie beendet.

Bernd Schnitzlein hat seine Partie remis gegeben, Vanessa musste schließlich einsehen, dass sich ihr Gegner die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lässt.

Endstand 5:3 für Hersfeld

Ein klarer deutlicher Sieg, der sogar noch höher hätte ausfallen können. Bernd Schnitzlein kann seine Stellung auch auf Gewinn spielen und wenn Vanessa nicht sinnlos den Springer eingestellt hätte.... Die Tatsache, dass sie derartig lange mit einem Minus-Springer Widerstand leisten konnte, ist ein deutliches Indiz dafür wie stark ihre Druckstellung war.

Fairerweise muß man aber auch anmerken: Wir sind gegenüber Alsfeld nicht derartig überlegen. Es war einfach einer von den Tagen, wo alles glatt läuft. Oder aus Alsfelder Sicht. Ein Schwarzer Sonntag - Du kannst machen was du willst, es geht schief.


 


Samstag, 21. Mai 2022

Unsere Mädels in Berlin Teil 2

 Nachdem unsere Mädels in der 2. Runde ihren ersten Mannschaftspunkt geschafft haben, wird in der 3. Runde der zweite Mannschaftspunkt nur knapp verfehlt. 1,5:2,5 Niederlage. Charly Fizer holt das remis, Michelle Heß steuert den ganzen Punkt bei

In der 4. Runde werden wir auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. 0,5:3,5 Niederlage. Den Halben Ehrenpunkt holt Michelle Heß.

Nach Insiderberichten versemmelt Ariadne ein klar gewonnenes Endspiel und im allgemeinen würden sie ja alle furchtbar schlecht spielen. Aber ich glaube da kasteien sich unsere Mädels selbst etwas zu stark. Wenn man frau sich mit Mannschaften die mehr als 250 DWZ Punkte stärker sind anlegt, sind derartige Ergebnisse gar nicht so schlecht.

In der heutigen Abschlußrunde verlieren wir nochmal mit 1:3. Richtig, wieder ist es Michelle Heß die den Ehrenpunkt holt.

In der Abschlußtabelle belegen wir mit 1 Mannschaftspunkt und 5 Brettpunkten den 6. Platz von 6 Mannschaften. 

Hervorzuheben natürlich die Leitung von Michelle Heß an Brett 4, die 3,5 Punkte aud 5 Runden erzielt


Donnerstag, 19. Mai 2022

Unsere Mädels in Berlin

 Unsere Mädels spielen grade in Berlin die deutschen Schulschachmeisterschaften. Die Gesamtschule Obersberg tritt in der Wettkampfklasse M (Mädchen) in der Aufstellung Rebeca Medina-Gonzalez, Ariadne Medina-Gonzalez, Chantal Fizer und Michelle Heß an.

Dieses Jahr treten nur 6 Mannschaften an, 2019 - das letzte Vor-Corona-Jahr - waren es noch 22 Mannschaften. 

Mit einem DWZ-Schnitt von 925 wären wir 2019 nach Setzliste aus dem Mittelfeld gestartet. 2022 starten wir von Startrang 6 mit fast 200 Punkten Abstand zu Startrang 5.

Viel Feind viel Ehr

In Runde 1 setzt es auch gleich eine 4:0 Niederlage. Nach Insiderberichten war die Niederlage verdient, aber nicht so deutlich wie das Ergebnis vermuten läßt. 

Michelle hat eine konkrete Mattdrohung, muß aber zuvor noch vielen Schachgeboten ausweichen. Dabei dann das falsche Ausweichmanöver und ihre Gegnerin gibt ein Familienschach, damit erledigt sich auch die konkrete Mattdrohung und Michelles Gewinnstellung fällt zusammen wie ein Kartenhaus...

Ariadne hat am zweiten Brett einige Bauern für Königsangriff geopfert. Gefühlsmäßig sollte da was gehen, aber irgendwie kommt der Angriff ins stocken, das Endspiel kommt immer näher... und mit den Minusbauern ist das Endspiel dann auch nicht zu halten.

Nachmittags in Runde 2 gibt es dann mit einem 2:2 den ersten Mannschaftspunkt. Ariande und Chantal halten ihre Partien remis, Michelle steuert einen Sieg bei.


Donnerstag, 12. Mai 2022

Mädchenschach: So spielt frau Schach

 Am 7 Mai fanden in Offenbach die hessischen Mädchenmannschaftsmeisterschaften statt.

Bevor ich aber über dieses Turnier berichte gehen wir gedanklich noch ein paar Wochen zurück...

Vom 26.bis 28. April fanden in Karben der Hessische Schulschachmannschaftswettbewerb statt. In der Wettkampfklasse G (= Grundschule) siegte die Wilhelm-Neuhaus-Schule. Herzlichen Glückwunsch ! Das waren die Jungs.

In der Wettkampfklasse M (= Mädchen) spielten 9 Mannschaften. Mit 5:0 Mannschaftspunkten und 17 Brettpunkten siegten unsere Mädels von der GS Obersberg. Nächste Woche fahren diese Mädels zur Deutschem Schulschachwettbewerb nach Berlin

Die Mädchen der Wilhelm-Neuhaus-Schule erreichten Platz 4 und sind damit beste Grundschulmannschaft.

Es tut sich also wieder was beim Hersfelder Grundschulnachwuchs... Nur leider finden Coronabedingt keine Schulschachrallye statt, da gibts keine persönlichen Kontakte.....



Nun aber zu den hessischen Mädchenmeisterschaften: Anfrage wer alles spielen will und .... viele Absagen. Die Mädels wollen schon spielen, aber hier eine Konfirmation, da andere wichtige private Termine... Mit den Medina-Gonzalez-Schwestern und Alana Prendel hab ich nur 3 Spielerinnen. Vom Schulschach leider keine Rückmeldungen. 

Dafür eine Anfrage vom SK Rotenburg: Sie haben 3 Spielerinnen und da Hersfeld ja immer sehr viele Spelerinnen hat stellt sich die Frage ob wir nicht ein Mädchen als Gastspielerin für Rotenburg spielen lassen können.

Nochmal Kontaktaufnahme mit Klaus Bechtel (Schulschachtrainer der WNS): Sieht nicht gut aus. 2 Mädchen hätten vielleicht Interesse, aber die haben eine Schulveranstaltung. Er fragt noch mal nach.

Am 4. Mai gibt es die beiden Zusagen. Gleichzeitig stellt sich Frau Prendel als Fahrerin zur Verfügung - bei 5 Mädels brauch ich ein zweites Auto..

Rotenburg hat zwischenzeitlich eine Gastspielerin aus Frankfurt bekommen.

So kurzfristig habe ich noch nie eine Mannschaft angemeldet. Und es ist noch knapper: Die beiden Schulschachmädchen (Thaomy Gelbert und Medina Amiri) müssen noch vor Turnierbeginn Vereinsmitglieder werden....

Frau Prendel fährt mit ihrer Tochter und den beiden "Neulingen" etwas früher ab, ich nehme die Gonzalez-Schwestern mit und zu Turnierbeginn um 10:00 Uhr lerne ich endlich zwei neue Mannschaftsmitglieder kennen.

Das Turnier beginnt für uns wie die Vorgeschichte: Ein etwas verhaltener Beginn. In der erste Runde erreichen wir nur ein 2:2. In der 2. Runde verlieren wir und in der 3. Runde holen wir gegen Bad Homburg unsere 0:4 ab (Bei Bad Homburg hat die schlechteste Spielerin eine DWZ 1500). Danach ist die Anfangsnervosität verflogen und die Ergebnisse werden immer besser. In den beiden Schlußrunden besiegen wir  Offenbach 1 mit 3:1 und Offenbach 2 mit 4:0.

In der Endabrechnung holt uns der etwas nervöse Beginn wieder ein: U16 Hessenmeister wird Offenbach 1 mit 8:6 Mannschaftspunkten und 16 Brettpunkte, wir werden "nur" U16 Vizemeister mit 8:6 Mannschaftspunkten und 16 Brettpunkte. Nein, kein Schreibfehler! wir haben bei gleichen Mannschafts- und Brettpunkten nur die etwas schlechter Sonneborn-Berger-Wertung.

Noch knapper geht nicht.

Also kein Pokal aber dafür ein schönes Turnier und 2 neue Vereinsmitglieder.



Mittwoch, 11. Mai 2022

Landesklasse: Niederlage gegen BSA

 Am Sonntag hatte unsere erste Mannschaft in der Landesklasse ihr Match gegen den SK Bad Sooden-Allendorf.

Es war schönes Wetter. Es war ein schöner Wettkampf. Es war ein schöner Tag. Aber es gab keine richtige Spannung, keine überraschenden Wendungen und keine unvergesslichen Highlights.

Wir konnten nur mit 6 Spielern antreten. Damit lagen wir schon zu Beginn mit 0:2 hinten - und diesen Rückstand am Brett aufzuholen ist schwer. Im höheren Sinne geht es nur darum zumindest in die Nähe eines 4:4 zu kommen.

Wolfgang Frank hatte diese Saison seine ersten Einsatz. Nach der langen Spielpause agierte er zunächst etwas unsicher und schwerfällig, erreichte dann aber einen sicheren Sieg. 

An Brett 2 und 7 konnten auch Jörk Günter und Jona Rössing volle Punkte holen. Beide haben gut gespielt und verdient gewonnen.

An Brett 5,6 und 8 haben Manfred Willich, Eckhard Krauße und Vanessa Krauße ihre Parten verloren. Alle drei haben nicht richtig schlecht gespielt, aber die Gegner spielten halt einen Ticken besser.

Endstand damit 5:3 für Bad Sooden Allendorf. Bei den gespielten Partien 3 Siege und 3 Niederlagen.

An allen Brettern wurde bis zum Ende voll gekämpft, keine Kurzremisen.. alles in Ordnung- und wenn da keine richtige Spannung aufkommen will, dann ist das eben so.

Vor der Heimfahrt sind dann Manfred Willich, Vanessa Krauße und meine Wenigkeit mit einigen unserer Gegner zum Stamm-Griechen der Bad Sooden Allendorfer gegangen. Etwas Klönen, für die Heimfahrt stärken....

Wie eingangs geschrieben; Es war ein schöner Tag.

Sonntag, 24. April 2022

Landesklasse: 3:3 mit Vorgabe

 Heute stand das Heimspiel gegen die 3. Mannschaft der Sfr Bad Emstal /Wolfhagen auf der Tagesordnung. Ausnahmsweise haben sich die Mannschaften in Vorfeld geeinigt nur an 6 Brettern zu spielen.

Trotzdem konnten unsere Gäste nur mit 5 Mann antreten. Somit gingen wir bereits zum Wettkampfbeginn mit 1:0 in Führung.

Mir bot mein Gegner bereits nach 20 min Spielzeit ein Remis an. Normalerweise denke ich über derat verfrühte Angebote gar nicht nach, aber hier führte mich das in Versuchung. Ein frühes Remis hilft in der Regel der führenden Mannschaft, also uns. Außerdem hab ich mit meinem seit gefühlten 100 Jahren (Wir haben uns schon in unserer Jugend am Brett duelliert) eine positive Bekanntschaft - dass dämpft den Killerinstinkt naturgemäß ohnehin etwas. Andererseits muß ich als Mannschaftsführer sowieso bis Wettkampfende vor Ort bleiben - dass wäre dann doch etwas viel freie Zeit...

Also ablehnen und kämpfen.

Nach etwa einer Stunde geht die Partie von Bernd Schnitzlein zu Ende. Einzügig die Dame eingestellt...

Und hier gab es ein kleines Missverständnis. Ich hatte verstanden, dass Bernd Schnitzlein seine Dame eingestellt hätte (Also Zwischenstand 1:1). Tatsächlich hat aber Bernds Gegner seine Dame eingestellt und wir liegen 2:0 in Führung. Für mich sollte sich dieses Missverständnis auch erst nach Beendigung meiner eigenen Partie auflösen.

Dann verliert Fynn Wolf seine Partie. 

"Jetzt wirds eng" dachte ich mir. 2:1 Führung für Bad Emstal/Wolfhagen. Vanessa hat im Franzosen ein Läuferopfer auf h7 angebracht (und wird ja doch hoffentlich ein Matt finden), ich selbst habe eine etwas chaotisch unübersichtliche Stellung (aber da fühl ich mich ja wohl) und Manfred Willich steht ausgeglichen.

In Wahrheit war es natürlich eine komfortabele Situation, weil ja nicht Bad Emstal Wolfhagen sondern SK Turm Bad Hersfeld 2:1 in Führung liegt.

Vanessa beendet Ihre Partie mit einer erzwungenen Zugwiederholung. Schade, kein Matt gefunden, aber vielleicht gab es ja auch gar keins. Ein Standartopfer erzwingt halt nicht immer ein Matt, auch wenn die Lehrbücher voll mit Läuferopfern auf h7 sind, die natürlich alle in wunderschönen Matts enden. (Läuferopfer die nicht mit Matt enden kommen nicht in die Lehrbücher)

Damit liegen wir also 2,5 : 1,5 in Führung. Wobei ich allerdings immer noch im Glauben war, Bad Emstal/Wolfhagen wäre damit 2,5:1,5 in Führung gegangen.

Und jetzt bot mir mein Gegner wieder Remis an. Meine Stellung war immer noch sehr dynamisch, aber in den letzten Zügen war das nicht so gelaufen wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich stehe etwas schlechter. Hätte ich gewußt, dass wir mit 2:5:1,5 in Führung liegen, hätte ich das Remis nach kurzem Überlegen angenommen. Aber wenn man hinten liegt, muß man auch schlechtere Stellungen weiterspielen. 

Zunächst ein Blick auf Manfred Willichs Stellung: Doppelturmendspiel + ungleichfarbige Läufer. Von der Bauernstruktur und Turmaktivität steht Manfred minimal schlechter. vermutlich kann er das aber remis halten.

Dann am nächsten Zug überlegen... und dabei fällt mir auf, dass ich nicht so spielen kann, wie ich das geplant hatte. Da gibt es eine taktische Widerlegung.

Nach Alternativen/Verbesserungen suchen. Je länger ich suche, desto mehr wird mir klar wie schlecht meine Stellung ist. Ich stehe nicht etwas schlechter, ich stehe richtig schlecht.

Also doch Zähneknirschend das Remis annehmen im Glauben ich hätte Bad Emstal/Wolfhagen eine 3:2 Führung beschert. Es sollte noch etwa eine halbe Stunde dauern, bis ich erfahre, dass ich uns eine 3:2 Führung beschert habe.

Die endgültige Entscheidung über die Mannschaftspunkte liegt jetzt bei Manfred Willich. Das Remis würde reichen. Allerdings ist das nicht so einfach wie es scheint. Zunächst wird ein Turmpaar getauscht. Im Endspiel Turm + ungleichfarbige Läufer kann sich sein Gegner mittelfristig einen Freibauern am Damenflügel bilden. Wenn das geschieht kann der Gegner mit seinem König zum Damenflügel laufen und Manfred müsste seinen Läufer für den Freibauern geben. Damit wäre die Partie verloren.

Daher muß Manfred entweder Drohungen oder einen Freibauern am Königsflügel schaffen. Dabei muß er abwägen: Ist er zu zögerlich, können die Bauern blockiert  werden oder der eigener Freibauer entsteht zu spät um ein wirksames Gegengewicht zu bilden. Geht er zu forsch vor, können seine Bauern und oder seine Königsicherheit schwach werden.

Letztlich kam es so, wie es nicht kommen sollte. Manfreds Bauern am Königsflügel wurden blockiert und sein Gegner konnte obig skizzierten Gewinnplan ungehindert durchsetzen.

Sonntag, 20. März 2022

Landesklasse: Die Saison geht weiter.....

 Nachdem die vorherigen Runden alle verschoben wurden, durfte unsere 1. Mannschaft heute wieder an die Bretter. Heimspiel gegen den SC Langenbieber.

Der Mannschaftskampf fing etwas verspätet an. Es waren zwar alle pünktlich vor Ort, aber erstmal ein bisschen quatschen und klönen und dann ganz gemütlich zum Ernst des Lebens. Fast so, als ob alle so lange auf die Fortsetzung der Saison gewartet haben, da muss man erst mal realisieren, dass jetzt tatsächlich wieder Schach gespielt wird.

Anhand der langen Vorrede merkt der Leser schon: Ich hab auch nicht wirklich viel zu schreiben.

Nach dem ersten Rundgang nach ca, einer halben Stunde ist noch alles ausgeglichen. War ja an den meisten Brettern auch noch in der Eröffnung oder frühes Mittelspiel. Beim zweiten Rundgang hat Vanessa einiges an aktiven Figurenspiel kreiert - sieht gut aus. Jona hat auch eine aktive Stellung, aber dafür auch strukturelle Schwächen und er wird (zumindest sieht es auf den ersten Blick so aus) einen Bauern verlieren. Vielleicht geht das alles, aber es sieht bedenklich aus. Fynn hat schon sehr früh ins Endspiel abgewickelt (Doppelturm plus gleichfarbige Läufer). Seine Bauernstellung ist etwas besser und seine Figuren stehen ein wenig aktiver.... Aber ob das jetzt mehr ist als symbolischer Vorteil?  Die anderen Partien befnden sich alle im ausgeglichenen Mittelspiel.

Kurz vor dem dritten Rundgang ein Blick auf meine Uhr. Ich habe nur noch 22 min Bedenkzeit und grade einmal 14 Züge gemacht.... Es ist nicht ungewöhnlich, dass ich mir in der Eröffnungsphase mehr Zeit lasse als der Durschnittsspieler, aber wo habe ich derartig viel Zeit verbraten??? Und dass ohne ich das merke?? Mein Zeitgefühl scheint gelitten zu haben.

Ich verzichte auf den dritten Rundgang.

Was gibt meine Stellung her? Nach 14 Zügen ist natürlich noch nichts partieentscheidenes passiert, aber ich hab etwas Druck aufbauen können. Also mit genauen Zügen den Druck verstärken. Im Nach dem 17. Zug hab ich noch 12 min Bedenkzeit und der Druck hat sich minimiert. 

Immerhin hab ich noch etwas Vorteil. (Glaube ich zumindest) Aktuell hängt bei mir ein Bauer, aber wenn er den nehmen sollte, krieg ich das Läuferpaar + viel Aktivität. Damit wäre ich trotz Bauernverlust sehr zufrieden.

Hurra! Er nimmt den Bauern! Ich freue mich genau einen Zug lang, dann halbiert er mir mit einem Zwischenzug das Läuferpaar. Immerhin hab ich für den Bauern genug Figurenaktivität bekommen, so dass ich nicht schlechter stehe. Beim zweiten Blick fällt mir auf, dass ich den Bauern zurück gewinnen kann und dann stehen meine Figuren immer noch besser als seine. Ist nicht viel, aber immerhin ein Anfang.

Zwichenzeitlich hab ich mitgekriegt, dass Vanessa mit einer schönen Mattkombination glanzvoll gewonnen hat. Fynn hat seine Gewinnversuche eingestellt und sich ins remis gefügt. Wir führen damit 1,5:0,5. keine Ahnung was an den anderen Brettern los ist.

Ich befinde mich jetzt im Endspiel (Doppelturm + Dame) und sehe im 27. Zug die Möglichkeit. Turmopfer auf e6. Wenn er ablehnt hab ich einen Bauern gewonnen, wenn er annimmt setzt ich ihn Matt. OK, er hat noch ein paar Racheschachs, aber mein König kann weglaufen.

Also Turm geopfert. Er nimmt das Opfer an. Und als ich mit meiner Dame die undeckbare Mattdrohung aufstellen will, bemerke ich, dass mein König doch nicht weglaufen kann. Dass wären nicht nur ein paar Racheschachs, mein Gegner würde mich mattsetzen. Also, den Turm hab ich jetzt geopfert. Matt setzen kann ich meinen Gegner nicht.... Planänderung: Selber Schach geben und darauf hoffen, dass sich irgendwie ein Dauerschach finden lässt. 

Hoffen. Glauben tu ich nicht daran. Dieses tolle Turmopfer war schlicht und einfach Unfug.

In diesem Fall wird die Hoffnung belohnt: Mein Gegner blickt auch nicht voll durch und gibt den Turm wieder zurück. Das andere Turmpaar wurde bei der Aktion getauscht. Wir befinden uns jetzt im Damenendspiel. Mein König steht sicherer als seiner und meine Dame steht aktiver als seine. Nicht viel, aber damit kann man arbeiten. (Ich weiß, mit "etwas besser" zu arbeiten versuch ich seit Zug 14, und was hat es gebracht?)

Zunächst kommen die nächsten Ergebnisse: Jörk Günther und Bernd Wildner haben sich mit ihren Gegnern auf remis geeinigt. Jona Rössing hat seine Partie verloren. Es steht also 3:3. 

Was predige ich meine SchülerInnen? In Damenendspielen muß man den eigenen König in Sicherheit halten und mit aktiver Dame arbeiten. Obwohl solche Stellungen objektiv remis sein mögen, ist dass Spiel für die aktive Partei wesentlich einfacher als für den Gegner. In einer praktischen Partie gibt dieses Pressing gute Gewinnchancen.

Also mach ich das genaue Gegenteil und entblösse mit f2-f4 meinen König. Ich freue mich auch noch 1 oder 2 Minuten bevor ich merke, dass ich meinem Gegner damit das sofortige Dauerschach gestattet habe. 

Diese Partie geht also remis aus (Und damit bin ich gut bedient).

Kurze Zeit spätere vermelden auch Bernd Schnitzlein und Bernd Wildner jeweils ein remis.

Also Endergebnis 4:4. 

Bei den anderen Partien ist mit Sicherheit einiges erwähnenswertes dabei gewesen, ich hab halt nur nichts mitgekriegt....

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