Sonntag, 31. Juli 2022

Liebe Tod & Teufel

 Liebe Tod & Teufel

Am Wochenende fand die DSAM im Sauerland Stern Willingen statt. Wie immer sehr gut organisiert und angenehme Spielatmosphäre. Einige Veränderungen gegenüber den bisherigen Turnieren (wobei ich natürlich nur mit denen vergleichen kann, an denen ich bisher teilgenommen habe) gibt es:
- Es fehlt das Catering direkt vor dem Eingangsbereich des Spielsaals. Das empfinde ich als angenehm, weil man sonst als eingefleischterr Coffein-Junkie ständig in Versuchung geführt wird sich einen teuren (Hotelpreise!!) Kaffee mitzunehmen. Andererseits hat man jetzt gar keinen Kaffe mehr, denn der Weg in die Hotellobby um sich einen Kaffee zu holen ist einfach unanständig weit.
- Dafür gibt es kaltes Wasser im Spielssal umsonst. Sehr lobenswert, leider sind die Wasserspender nach 3 Stunden aber leer...
- Der Frauenanteil bei den DSAM-Turnieren ist schon immer höher als bei anderen Schachturnieren. Gefühlt ist hier in Willingen die Frauenquote nochmal deutlich gestiegen (Eine belastbare Statistik werde ich dazu nicht erstellen, die gefühlte Wahrheit muß reichen)
- Man findet in Hotelnähe immer einen Parkplatz

Nun zum schachlichen Teil
Vom SK Turm bad Hersfeld sind zwei Spieler vertreten: Vanessa Krauße und Eckhard Krauße. Bernd Wildner war angemeldet, mußte seine Teilnahme wegens eines privaten Termines aber wieder canceln.

Runde 1:
Vanessa spielt nicht gut, die Partie wollte sie mir nicht einmal zeigen. Irgenwo hat sie im beginnenden Mittelspiel einen Springer eingestellt, dann aber hartnäckig weitergespielt und schließlich die Partie noch gewonnen. Bei mir verlief die Eröffnung sehr gut. Dann hab ich sinnlos einzügig die Qualität eingestellt. Trotz dieses Einstellers steh ich aber immer noch ausgeglichen bis leicht besser. Dann schwäche ich sinnlos meine Königsstellung und stell dabei auch noch einen Bauern ein. Damit steh ich klar auf Verlust. Gnädigerweise lässt mein Gegner die Zügel locker und mit viel Göück ich komme wieder in die Nähe des Ausgleichs. Aber nur um wenige Züge später in ein 2-3 Zügiges Matt zu laufen, das sieht mein Gegner gottlob nicht, macht einige schlechte Züge und ich stehe zum wiederholten Male auf Gewinn. Nur einen Zug später laufe ich blindlinks ins nächste Mattbild. Auf der Hitliste meiner schlechtesten Partien der letzten 10 Jahre nimmt diese Partie einen Platz ganz weit oben ein.

Runde 2:
Vanessa spielt besser, aber nicht gut. Die Eröffnung läuft nicht gut, sie wickelt in ein Endspiel mit Minusbauer ab. Allerdings ist der gegnerische Mehrbauer ein isolierter Doppelbauer und damit so gut wie nichts wert. Sie verteidigt sich lange und gut, tauscht die Figuren bis ins Turmendspiel runter. Und dann gibt sie die Partie auf.... Vanessa gehört zu den SpielerInnen, die selbst Verluststellung lange weiterspielen, manchmal auch peinlich lange. Und jetzt verteidigt sie sich lange und gut um dann das Turmendpiel viiiiel zu früh aufzugeben !!??!! Selbst wenn das Turmenspiel verloren gewesen wäre.... aber hier war das eine in der Endspieltherorie bekannte Remisstellung.
Ich bekomme in der Eröffnung alles was ich haben will. Meine junge Gegnerin kannte die gespielte Variante überhaupt nicht und stellt ihre Figuren zwar nicht sinnlos aber doch etwas planlos aufs Brett. Jetzt liegt ein Figurenopfer in der Luft. Allerdings sind die Varianten nicht bis zur letzten Konsequenz durchzurechnen (zumindest nicht für mich, richtig gute Spieler können vielleicht, Blechkisten können das ganz sicher). Also beschieß ich die Stellung noch ein bischen zu verstärken und das Opfer in der Hinterhand zu behalten. (Laut Computer hätte das Opfer gewonnen, allerdings mit einigen wirren Varianten die ich in meiner Vorrausberechnung nicht mal in Erwägung gezogen habe. Mein Vorbereitungszug ist die zweite Wahl der Blechkiste und führt zu deutlichen Vorteil). Im nächsten Zug opfer ich die Figur, meine Gegnerin lehnt das Opfer ab und ich steh vor der Wahl entweder das Opferangebot aufrecht halten und weiter auf Königsangriff zu spielen oder das Opferangebot zurückzuziehen und mich mit einem gewonmnenen Bauern zu begnügen. Es erschien mir etwas kleinlich mich jetzt mit einem läppischen Bauern zu begnügen und ihr die Verteidigung zu ermöglichen, ich entscheide mich also für den Königsangriff. Das war die falsche Entscheidung. Jetzt nimmt sie die angebotene Figur und kann ihren König erfolgreich verteidigen. Schade, aber da die Varianten zu komplex sind um sie vollständig durchzurechnen, muß man dass auch ein bischen nach Gefühl spielen. Das reichte hier nicht und meine Gegnerin hat sich hervorragend verteidigt.
Zwischenstand: Vanessa 1 Punkt, Ich 0 Punkte

Runde 3:
Vanessa kommt mit solidem Ausgleich aus der Eröffnung. Sie fasst einen langfristigen Plan, wie sie die Stellung weiter behandeln will und hält eisern an diesem Plan fest. Dumm nur, es war der völlig falsche Plan und sie hält solange daran fest bis sie richtig schlecht steht. Ich bring meinen Jungs und Mädels ja bei, wie wichtig es im Schach ist konsequent zu bleiben. Hier hat sie ein bischen zu viel von mir gelernt.
Mein Gegner setzt mir eine Eröffnungsvariante vor, mit der ich so meine Schwierigkeiten habe. (Es gibt einige Varianten mit denen ich nur schlecht zurechtkomme, aber welche das sind behalte ich für mich). Ich behandele das kreativ und bin recht zuversichtlich. Dummerweise habe ich einige gegnerische Möglichkeiten zwar gesehen, aber in iher Wirkung falsch eingeschätzt und gehe mit fliegenden Fahnen unter.
Zwischenstand: Vanessa 1 Punkt, Ich 0 Punkte - Das ist nicht unser Turnier

Runde 4:
Ich habe das Freilos gezogen.... Gibt eine Punkt und ich hab die Gelegenheit diesen Bericht abzufassen (Ich habe das Passwort für die Hompage nicht parat, so dass ich erst Sonntag abend veröffentlichen kann) Natürlich hätte ich mir meinen ersten vollen Punkt viel lieber am Brett erspielt, wenn ich mir aber den bisherigen Turnierverlauf anschaue bin ich mir nicht ganz sicher. Vorläufiges Ende, ich guck mal was Vanessa so aufs Brett zaubert.
Vanessa spielt gut. Im frühen Mittelspel einen Bauern geopfert. Lange Zeit ist nicht klar, ob sie jetzt genug für den Bauern hat oder nicht, aber als sich das Endspiel nähert spielt ihre Gegnerin etwas ungenau und Vanessa Initiative schwillt zu einem knallharten Angriff an.
Zwischenstand: Vanessa 2 Punkte, Ich 1 Punkte
Runde 5:
Ich komme sehr gut aus der Eröffnung, kann im Mittelspiel den Vorteil noch ausbauen und gewinne schließlich eine Leichtfigur. Dafür droht der Gegner mit Grundlinienmatt. Einfach abzuwehren - h3, g3, Tf1 - jeden Menge Möglichkeiten. Aber zuerst nehm ich noch einen schwarzen Turm mit Schach weg, König muß ziehen und ich Trottel fass die Dame an.... Das Grundlinienmatt hab ich gesehen bevor ich den Turm weggenommen habe und 15 Sekunden später ignorier ich das ?? Keine Ahnung was mit mir los ist.
Vanessas Partie verläuft trotz anderer Farbe und vollkommen anderer Eröffnung peinlich ähnlich: Sie kommt mit Schwarz mit vollem Ausgleich aus der Eröffnung, tauscht ins Dame/Turm Endspiel, gewinnt einen Bauern und kreiert Mattdrohungen. Einfache glatte Gewinnstellung! Aber sie sieht die Mattdrohungen nicht, und läßt sich stattdessen selber mattsetzen....
Endstand: Vanessa 2 Punkte, Ich 1 Punkte (Und der auch noch kampflos)


Montag, 23. Mai 2022

Landesklasse: 5:3 gegen Alsfeld

 Beim Mannschaftskampf am Sonntag gegen den SV Alsfeld lief alles wie es sollte - bis auf den Anfang.

Von Stammbelegschaft hatte ich eine Absage erhalten und habe dann bis Sonntag 12:00 versucht noch einen Ersatzspieler aufzutreiben. Da bei uns Ersatzspielern sehr dünn  gesät sind, lief das ins Leere und wir mußten mit 7 Spielern antreten.

Also schon vor dem ersten Zug 1:0 für Alsfeld.

Der Mannschaftskampf beginnt, zunächst läuft alles in normalen Bahnen. Vanessa Krauße tauscht die Damen (was ich mit etwas Unwillen zur Kenntnis nahm) und macht etwas Druck auf die schwarze Stellung (mit Damen wäre dieser Druck aber noch größer gewesen...). Etwa 30 min später hat sie den Druck erheblich verstärkt... So lieb ich das.... Nach weiteren 30 min hat sich die Stellung nur wenig geändert, nur hat Vanessa plötzlich einen Springer weniger. Einfach eingestellt - Shit happens.

Aber Sie kämpft weiter...

Nach 2,5 Sunden Spielzeit kommt das erste Ergebnis. Bernd Wildner hat gewonnen. War eine schöne Partie. Bauernopfer in der Eröffnung, Druck aufbauen, den Bauern mit Vorteil zurückholen und im Endspiel sauber verwerten. 

Nur wenige Minuten später vermeldet auch Jona Rössing einen Sieg.

Damit geht Hersfeld mit 2:1 in Führung.

Eine Stunde später kann ich auf 3:1 erhöhen. Keine Partie auf die ich Stolz bin. Mein Gegner spielt eine sehr ungewöhnliche Eröffnung. Mit einfachen natürlichen Entwicklungszügen bekomme ich von Start weg einen kleinen aber dauerhaften Vorteil. Dann stell ich im 12. Zug einen Läufer ein und hab einfach nur Glück, dass mein Gegner dieses Geschenk nicht annimmt. 

Im 13. Zug begeht mein Gegner dann einen positionellen Fehler und von nun an steh ich auf Gewinn. Ich glaube nicht, dass ich diese Gewinnstellung irgendwann aus der Hand gegeben habe, aber an mehreren Stellung unsauber gerechnet, Züge übersehen und damit hab ich mir die Verwertung der Gewinnstellung erheblich schwerer gemacht als es sein müsste...

Immerhin hatte diese Partie einige lehrreiche Stellen, so dass sich gelegentlich meine Schüler mit der Partie auseinander setzen dürfen.

Nur 2 Minuten später einigt sich Jörk Günther  mit seinem Gegner auf remis. Nach weiteren 2 Minuten gewinnt Fynn Wolf seine Partie. Das war ebenfalls eine saubere Partie. In der Eröffnung mit Schwarz den Ausgleich geschafft, positionelle Vorteile erarbeitet, Bauern gewonnen, den Vorteil im Endspiel sicher verwertet.

Damit haben wir 4,5 Punkte und damit den Wettkampf gewonnen. Bernd Schnitzlein hat zu dieser Zeit deutlichen Vorteil, Vanessa kämpft immer noch mit Springer weniger.

Also erstmal eine rauchen gehen, sich draußen ein bisschen unterhalten und als ich 20 Minuten später den Spielsaal wieder betrete, sind beide Partie beendet.

Bernd Schnitzlein hat seine Partie remis gegeben, Vanessa musste schließlich einsehen, dass sich ihr Gegner die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lässt.

Endstand 5:3 für Hersfeld

Ein klarer deutlicher Sieg, der sogar noch höher hätte ausfallen können. Bernd Schnitzlein kann seine Stellung auch auf Gewinn spielen und wenn Vanessa nicht sinnlos den Springer eingestellt hätte.... Die Tatsache, dass sie derartig lange mit einem Minus-Springer Widerstand leisten konnte, ist ein deutliches Indiz dafür wie stark ihre Druckstellung war.

Fairerweise muß man aber auch anmerken: Wir sind gegenüber Alsfeld nicht derartig überlegen. Es war einfach einer von den Tagen, wo alles glatt läuft. Oder aus Alsfelder Sicht. Ein Schwarzer Sonntag - Du kannst machen was du willst, es geht schief.


 


Samstag, 21. Mai 2022

Unsere Mädels in Berlin Teil 2

 Nachdem unsere Mädels in der 2. Runde ihren ersten Mannschaftspunkt geschafft haben, wird in der 3. Runde der zweite Mannschaftspunkt nur knapp verfehlt. 1,5:2,5 Niederlage. Charly Fizer holt das remis, Michelle Heß steuert den ganzen Punkt bei

In der 4. Runde werden wir auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. 0,5:3,5 Niederlage. Den Halben Ehrenpunkt holt Michelle Heß.

Nach Insiderberichten versemmelt Ariadne ein klar gewonnenes Endspiel und im allgemeinen würden sie ja alle furchtbar schlecht spielen. Aber ich glaube da kasteien sich unsere Mädels selbst etwas zu stark. Wenn man frau sich mit Mannschaften die mehr als 250 DWZ Punkte stärker sind anlegt, sind derartige Ergebnisse gar nicht so schlecht.

In der heutigen Abschlußrunde verlieren wir nochmal mit 1:3. Richtig, wieder ist es Michelle Heß die den Ehrenpunkt holt.

In der Abschlußtabelle belegen wir mit 1 Mannschaftspunkt und 5 Brettpunkten den 6. Platz von 6 Mannschaften. 

Hervorzuheben natürlich die Leitung von Michelle Heß an Brett 4, die 3,5 Punkte aud 5 Runden erzielt


Donnerstag, 19. Mai 2022

Unsere Mädels in Berlin

 Unsere Mädels spielen grade in Berlin die deutschen Schulschachmeisterschaften. Die Gesamtschule Obersberg tritt in der Wettkampfklasse M (Mädchen) in der Aufstellung Rebeca Medina-Gonzalez, Ariadne Medina-Gonzalez, Chantal Fizer und Michelle Heß an.

Dieses Jahr treten nur 6 Mannschaften an, 2019 - das letzte Vor-Corona-Jahr - waren es noch 22 Mannschaften. 

Mit einem DWZ-Schnitt von 925 wären wir 2019 nach Setzliste aus dem Mittelfeld gestartet. 2022 starten wir von Startrang 6 mit fast 200 Punkten Abstand zu Startrang 5.

Viel Feind viel Ehr

In Runde 1 setzt es auch gleich eine 4:0 Niederlage. Nach Insiderberichten war die Niederlage verdient, aber nicht so deutlich wie das Ergebnis vermuten läßt. 

Michelle hat eine konkrete Mattdrohung, muß aber zuvor noch vielen Schachgeboten ausweichen. Dabei dann das falsche Ausweichmanöver und ihre Gegnerin gibt ein Familienschach, damit erledigt sich auch die konkrete Mattdrohung und Michelles Gewinnstellung fällt zusammen wie ein Kartenhaus...

Ariadne hat am zweiten Brett einige Bauern für Königsangriff geopfert. Gefühlsmäßig sollte da was gehen, aber irgendwie kommt der Angriff ins stocken, das Endspiel kommt immer näher... und mit den Minusbauern ist das Endspiel dann auch nicht zu halten.

Nachmittags in Runde 2 gibt es dann mit einem 2:2 den ersten Mannschaftspunkt. Ariande und Chantal halten ihre Partien remis, Michelle steuert einen Sieg bei.


Donnerstag, 12. Mai 2022

Mädchenschach: So spielt frau Schach

 Am 7 Mai fanden in Offenbach die hessischen Mädchenmannschaftsmeisterschaften statt.

Bevor ich aber über dieses Turnier berichte gehen wir gedanklich noch ein paar Wochen zurück...

Vom 26.bis 28. April fanden in Karben der Hessische Schulschachmannschaftswettbewerb statt. In der Wettkampfklasse G (= Grundschule) siegte die Wilhelm-Neuhaus-Schule. Herzlichen Glückwunsch ! Das waren die Jungs.

In der Wettkampfklasse M (= Mädchen) spielten 9 Mannschaften. Mit 5:0 Mannschaftspunkten und 17 Brettpunkten siegten unsere Mädels von der GS Obersberg. Nächste Woche fahren diese Mädels zur Deutschem Schulschachwettbewerb nach Berlin

Die Mädchen der Wilhelm-Neuhaus-Schule erreichten Platz 4 und sind damit beste Grundschulmannschaft.

Es tut sich also wieder was beim Hersfelder Grundschulnachwuchs... Nur leider finden Coronabedingt keine Schulschachrallye statt, da gibts keine persönlichen Kontakte.....



Nun aber zu den hessischen Mädchenmeisterschaften: Anfrage wer alles spielen will und .... viele Absagen. Die Mädels wollen schon spielen, aber hier eine Konfirmation, da andere wichtige private Termine... Mit den Medina-Gonzalez-Schwestern und Alana Prendel hab ich nur 3 Spielerinnen. Vom Schulschach leider keine Rückmeldungen. 

Dafür eine Anfrage vom SK Rotenburg: Sie haben 3 Spielerinnen und da Hersfeld ja immer sehr viele Spelerinnen hat stellt sich die Frage ob wir nicht ein Mädchen als Gastspielerin für Rotenburg spielen lassen können.

Nochmal Kontaktaufnahme mit Klaus Bechtel (Schulschachtrainer der WNS): Sieht nicht gut aus. 2 Mädchen hätten vielleicht Interesse, aber die haben eine Schulveranstaltung. Er fragt noch mal nach.

Am 4. Mai gibt es die beiden Zusagen. Gleichzeitig stellt sich Frau Prendel als Fahrerin zur Verfügung - bei 5 Mädels brauch ich ein zweites Auto..

Rotenburg hat zwischenzeitlich eine Gastspielerin aus Frankfurt bekommen.

So kurzfristig habe ich noch nie eine Mannschaft angemeldet. Und es ist noch knapper: Die beiden Schulschachmädchen (Thaomy Gelbert und Medina Amiri) müssen noch vor Turnierbeginn Vereinsmitglieder werden....

Frau Prendel fährt mit ihrer Tochter und den beiden "Neulingen" etwas früher ab, ich nehme die Gonzalez-Schwestern mit und zu Turnierbeginn um 10:00 Uhr lerne ich endlich zwei neue Mannschaftsmitglieder kennen.

Das Turnier beginnt für uns wie die Vorgeschichte: Ein etwas verhaltener Beginn. In der erste Runde erreichen wir nur ein 2:2. In der 2. Runde verlieren wir und in der 3. Runde holen wir gegen Bad Homburg unsere 0:4 ab (Bei Bad Homburg hat die schlechteste Spielerin eine DWZ 1500). Danach ist die Anfangsnervosität verflogen und die Ergebnisse werden immer besser. In den beiden Schlußrunden besiegen wir  Offenbach 1 mit 3:1 und Offenbach 2 mit 4:0.

In der Endabrechnung holt uns der etwas nervöse Beginn wieder ein: U16 Hessenmeister wird Offenbach 1 mit 8:6 Mannschaftspunkten und 16 Brettpunkte, wir werden "nur" U16 Vizemeister mit 8:6 Mannschaftspunkten und 16 Brettpunkte. Nein, kein Schreibfehler! wir haben bei gleichen Mannschafts- und Brettpunkten nur die etwas schlechter Sonneborn-Berger-Wertung.

Noch knapper geht nicht.

Also kein Pokal aber dafür ein schönes Turnier und 2 neue Vereinsmitglieder.



Mittwoch, 11. Mai 2022

Landesklasse: Niederlage gegen BSA

 Am Sonntag hatte unsere erste Mannschaft in der Landesklasse ihr Match gegen den SK Bad Sooden-Allendorf.

Es war schönes Wetter. Es war ein schöner Wettkampf. Es war ein schöner Tag. Aber es gab keine richtige Spannung, keine überraschenden Wendungen und keine unvergesslichen Highlights.

Wir konnten nur mit 6 Spielern antreten. Damit lagen wir schon zu Beginn mit 0:2 hinten - und diesen Rückstand am Brett aufzuholen ist schwer. Im höheren Sinne geht es nur darum zumindest in die Nähe eines 4:4 zu kommen.

Wolfgang Frank hatte diese Saison seine ersten Einsatz. Nach der langen Spielpause agierte er zunächst etwas unsicher und schwerfällig, erreichte dann aber einen sicheren Sieg. 

An Brett 2 und 7 konnten auch Jörk Günter und Jona Rössing volle Punkte holen. Beide haben gut gespielt und verdient gewonnen.

An Brett 5,6 und 8 haben Manfred Willich, Eckhard Krauße und Vanessa Krauße ihre Parten verloren. Alle drei haben nicht richtig schlecht gespielt, aber die Gegner spielten halt einen Ticken besser.

Endstand damit 5:3 für Bad Sooden Allendorf. Bei den gespielten Partien 3 Siege und 3 Niederlagen.

An allen Brettern wurde bis zum Ende voll gekämpft, keine Kurzremisen.. alles in Ordnung- und wenn da keine richtige Spannung aufkommen will, dann ist das eben so.

Vor der Heimfahrt sind dann Manfred Willich, Vanessa Krauße und meine Wenigkeit mit einigen unserer Gegner zum Stamm-Griechen der Bad Sooden Allendorfer gegangen. Etwas Klönen, für die Heimfahrt stärken....

Wie eingangs geschrieben; Es war ein schöner Tag.

Sonntag, 24. April 2022

Landesklasse: 3:3 mit Vorgabe

 Heute stand das Heimspiel gegen die 3. Mannschaft der Sfr Bad Emstal /Wolfhagen auf der Tagesordnung. Ausnahmsweise haben sich die Mannschaften in Vorfeld geeinigt nur an 6 Brettern zu spielen.

Trotzdem konnten unsere Gäste nur mit 5 Mann antreten. Somit gingen wir bereits zum Wettkampfbeginn mit 1:0 in Führung.

Mir bot mein Gegner bereits nach 20 min Spielzeit ein Remis an. Normalerweise denke ich über derat verfrühte Angebote gar nicht nach, aber hier führte mich das in Versuchung. Ein frühes Remis hilft in der Regel der führenden Mannschaft, also uns. Außerdem hab ich mit meinem seit gefühlten 100 Jahren (Wir haben uns schon in unserer Jugend am Brett duelliert) eine positive Bekanntschaft - dass dämpft den Killerinstinkt naturgemäß ohnehin etwas. Andererseits muß ich als Mannschaftsführer sowieso bis Wettkampfende vor Ort bleiben - dass wäre dann doch etwas viel freie Zeit...

Also ablehnen und kämpfen.

Nach etwa einer Stunde geht die Partie von Bernd Schnitzlein zu Ende. Einzügig die Dame eingestellt...

Und hier gab es ein kleines Missverständnis. Ich hatte verstanden, dass Bernd Schnitzlein seine Dame eingestellt hätte (Also Zwischenstand 1:1). Tatsächlich hat aber Bernds Gegner seine Dame eingestellt und wir liegen 2:0 in Führung. Für mich sollte sich dieses Missverständnis auch erst nach Beendigung meiner eigenen Partie auflösen.

Dann verliert Fynn Wolf seine Partie. 

"Jetzt wirds eng" dachte ich mir. 2:1 Führung für Bad Emstal/Wolfhagen. Vanessa hat im Franzosen ein Läuferopfer auf h7 angebracht (und wird ja doch hoffentlich ein Matt finden), ich selbst habe eine etwas chaotisch unübersichtliche Stellung (aber da fühl ich mich ja wohl) und Manfred Willich steht ausgeglichen.

In Wahrheit war es natürlich eine komfortabele Situation, weil ja nicht Bad Emstal Wolfhagen sondern SK Turm Bad Hersfeld 2:1 in Führung liegt.

Vanessa beendet Ihre Partie mit einer erzwungenen Zugwiederholung. Schade, kein Matt gefunden, aber vielleicht gab es ja auch gar keins. Ein Standartopfer erzwingt halt nicht immer ein Matt, auch wenn die Lehrbücher voll mit Läuferopfern auf h7 sind, die natürlich alle in wunderschönen Matts enden. (Läuferopfer die nicht mit Matt enden kommen nicht in die Lehrbücher)

Damit liegen wir also 2,5 : 1,5 in Führung. Wobei ich allerdings immer noch im Glauben war, Bad Emstal/Wolfhagen wäre damit 2,5:1,5 in Führung gegangen.

Und jetzt bot mir mein Gegner wieder Remis an. Meine Stellung war immer noch sehr dynamisch, aber in den letzten Zügen war das nicht so gelaufen wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich stehe etwas schlechter. Hätte ich gewußt, dass wir mit 2:5:1,5 in Führung liegen, hätte ich das Remis nach kurzem Überlegen angenommen. Aber wenn man hinten liegt, muß man auch schlechtere Stellungen weiterspielen. 

Zunächst ein Blick auf Manfred Willichs Stellung: Doppelturmendspiel + ungleichfarbige Läufer. Von der Bauernstruktur und Turmaktivität steht Manfred minimal schlechter. vermutlich kann er das aber remis halten.

Dann am nächsten Zug überlegen... und dabei fällt mir auf, dass ich nicht so spielen kann, wie ich das geplant hatte. Da gibt es eine taktische Widerlegung.

Nach Alternativen/Verbesserungen suchen. Je länger ich suche, desto mehr wird mir klar wie schlecht meine Stellung ist. Ich stehe nicht etwas schlechter, ich stehe richtig schlecht.

Also doch Zähneknirschend das Remis annehmen im Glauben ich hätte Bad Emstal/Wolfhagen eine 3:2 Führung beschert. Es sollte noch etwa eine halbe Stunde dauern, bis ich erfahre, dass ich uns eine 3:2 Führung beschert habe.

Die endgültige Entscheidung über die Mannschaftspunkte liegt jetzt bei Manfred Willich. Das Remis würde reichen. Allerdings ist das nicht so einfach wie es scheint. Zunächst wird ein Turmpaar getauscht. Im Endspiel Turm + ungleichfarbige Läufer kann sich sein Gegner mittelfristig einen Freibauern am Damenflügel bilden. Wenn das geschieht kann der Gegner mit seinem König zum Damenflügel laufen und Manfred müsste seinen Läufer für den Freibauern geben. Damit wäre die Partie verloren.

Daher muß Manfred entweder Drohungen oder einen Freibauern am Königsflügel schaffen. Dabei muß er abwägen: Ist er zu zögerlich, können die Bauern blockiert  werden oder der eigener Freibauer entsteht zu spät um ein wirksames Gegengewicht zu bilden. Geht er zu forsch vor, können seine Bauern und oder seine Königsicherheit schwach werden.

Letztlich kam es so, wie es nicht kommen sollte. Manfreds Bauern am Königsflügel wurden blockiert und sein Gegner konnte obig skizzierten Gewinnplan ungehindert durchsetzen.