Samstag, 28. Dezember 2019

Bremer Silvesteropen

Ein Zwischenbericht von Rona Rößing:

Bremer Silvester Open

Tag 1: Der Startschuss

Ich habe mich relativ spontan entschieden, zwischen den Jahren bei einem Turnier mitzuspielen.
Mit Startrang 41von 51 bin ich ziemlich weit unten in der Teilnehmerliste.
Dementsprechend bekomme ich in Runde 1 auch einen starken Gegner (DWZ knapp 2000).
Ich wähle den sizilianischen Drachen. Mein Gegner rochiert groß und es entwickelt sich eine sehr strategische, scharfe Stellung. 
Eine hart umkäpfte Schlacht am Königs- und Damenflügel. Jede Ungenauigkeit kann in so einer Stellung zum Partieverlust führen. So kam es auch; bis zum 20.Zug spielte ich sehr genau... 5.Züge nach der Ungenauigkeit musste ich einen Springer gegen zwei Bauern geben, die zwei Bauern hätte ich aber auf kurz oder lang auch wieder verloren (wie letztendlich die Partie). 

In der zweiten Runde spielte ich gegen eine Spielerin aus Frankreich mit Elo 1800.
Skandinavisch mit weiß sollte kein allzu großes Problem darstellen. 
Ich kam völlig problemlos aus der Eröffnung und konnte mir einige Vorteile erspielen. 
Raumvorteil, Unterentwicklung und Schwächen meiner Gegnerin auf schwarzen Feldern. 
Es sah gut aus. Skandinavisch ist zwar passiv, jedoch auch sehr schwer zu knacken. Zu schwer. Ich kann die Schwächen in der schwarzen Stellung einfach nicht ausnutzen. Nach und nach schwindet meine "bessere" Stellung, VERschwindet fast - schade. 
Um unnötigem Risiko vorzubeugen einigen wir uns auf remis.

Sicherlich wäre in beiden Partien spielerisch mehr drin gewesen, jedoch sind 0.5 aus 2 bei dieser Gegnerschaft in Ordnung. 

Tag 2: Ungeschlagen aber sieglos

Ein Gegner mit ähnlicher Spielstärke verspricht eine Partie auf Augenhöhe. Ich verliere nach der Eröffnung immer mehr die Kontrolle und stehe nach 20 Zügen völlig auf Verlust. Durch genaues Spiel gewinnt mein Gegner zwei Bauern, ich opfere einen dritten Bauern und kann in ungleichfarbiges Läuferendspiel abwickeln.
In den letzten Wochen haben wir im Jugendtraining kaum etwas anderes gemacht, als diese Endspiele zu behandeln. Das rettete mir heute den halben Punkt in einer Partie, die eigentlich aussichtslos war.

In der Nachmittagsrunde bekam ich einen Gegner aus Oldenburg mit DWZ >1700.
Zum ersten Mal testete ich 1.Sf3.
Ich bekam einen soliden Aufbau und konnte meinem Gegner einen Isolani verpassen. 
Mein Gegner war kein Freund von taktischen Verwicklungen und ging diesen aus dem Weg, indem er überall wo er konnte Figuren abtauschte. Leider gelang es meinem Gegner, den Isolani aufzulösen und wir hatten ein blutleeres Turmendspiel auf dem Brett.
Ich bot ihm ein Unentschieden an, was er ca. 15 Züge später auch akzeptierte.

Unter dem Strich ein für meine Spielstärke sauberes Ergebnis. Eine schlechte Partie, eine gute. Noch immer warte ich auf meinen ersten vollen Punkt.

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